14.01.2010
Rund drei Wochen nach dem 88:82-Heimerfolg der New Yorker Phantoms über die Veilchen kommt es am Samstag, 16. Januar, erneut zum Niedersachsenderby gegen den EuroChallenge-Teilnehmer BG Göttingen. Dieses Mal tritt die Mannschaft von Sebastian Machowski in der gefürchteten Göttinger Lok-Halle an (Tipp-Off: 19.30 Uhr). Beim Kampf um einen Playoff-Platz rechnet sich Phantoms-Trainer Sebastian Machowski durchaus Chancen aus, den Triumph zu wiederholen. „Klar fallen die Verletzungen von Nate Fox und Michael Hicks weiter schwer ins Gewicht. Doch mit der Aggressivität wie im Hinspiel können wir auch in Göttingen gewinnen. Wir müssen wieder darauf achten, dass uns Göttingen nicht überrennt“, sagte Machowski.

Die Veilchen befinden sich sportlich auf einem absoluten Höhenflug – auch im internationalen Wettbewerb. Die Gruppenphase in der EuroChallenge schloss das Team von John Patrick trotz einer zuletzt 74:80 Niederlage gegen KK Buducnost m:tel (Montenegro) als Erster ab. Göttingen qualifizierte sich für die Runde der letzten 16. Aber auch in der Beko Basketball Bundesliga läuft es für die Göttinger rund – daran ändert auch die am 10. Januar erlittene hauchdünne 92:94-Niederlage in Ludwigsburg wenig. Die Universitätsstädter haben mit Alba Berlin und den Frankfurt Skyliners die wenigsten Niederlagen aller Erstligisten auf dem Konto. Dennoch vernahm man vor rund einer Woche eine Hiobsbotschaft: Die Südniedersachsen heißen statt MEG Göttingen wie früher wieder BG Göttingen, nachdem der bisherige Namenssponsor in wirtschaftliche Schieflage geraten war.

Der Viertelfinalist der Saison 2008/09 beibt seiner Zermürbungstaktik weiter treu: 40 Minuten setzen Chris Oliver & Co. mit wechselnden Pressverteidigungen den Gegner enorm unter Druck. In der Offensive suchen die Göttinger häufig den schnellen Abschluss – manchmal bereits nach acht Sekunden. Die Schnelligkeit des BG-Spiels kompensiert Veilchen-Headcoach Patrick durch Spielerwechsel am Fließband. Die Löwenstädter sind nach vier Niederlagen in Folge klug beraten, nicht nur die Fahrt aus dem Spiel zu nehmen, sondern aufgrund der Größenvorteile erneut Yassin Idbihi, Tomasz Cielebak und Jason Cain am Brett zu bedienen.

Bester Scorer der Lilafarbenen ist Allstar Chris Oliver, der mit durchschnittlich 17 Punkten pro Partie drittbester Werfer der Beko BBL ist und mit 6,6 Rebounds Platz sechs der Reboundtabelle einnimmt. Taylor Rochestie, der im Sommer 2009 vom College Washington State (NCAA) nach Göttingen wechselte, wartet Woche für Woche mit guten Leistungen auf und markiert im Schnitt 14 Zähler pro Spiel. Weitere Leistungsträger sind Ben Jacobson (10,5, kam vom damaligen Zweitligisten Mitteldeutscher BC), Jason Boone (10,4), Dwayne Anderson und Christoper McNaughton. Die im Sommer abgewanderten Punktegaranten Charles Lee, Kyle Bailey und Roderick Trice gehören längst der Vergangenheit an. 2,11 Meter-Neuzugang McNaughton schlug bei seinem Bundesligadebüt sehr gut ein. Der in Bayern geborene Center kam vom spanischen Drittligisten Faymasa Palencia.

Eine gute Rolle als sechster Mann spielt Robert Kulawick. Das zu den Publikumslieblingen in der altehrwürdigen Göttinger Lokhalle zählende Nachwuchstalent kam über die Stationen Bremerhaven, Bernau und Den Helder zur Patrick-Truppe.
Markus Gröchtemeier (Pressesprecher)