20.12.2009

Auf Augenhöhe, aber doch verloren. Die New Yorker Phantoms mussten in ihrem letzten Auswärtsspiel vor Weihnachten beim deutschen Serienmeister ALBA Berlin eine 79:87 (46:37)-Niederlage hinnehmen. Ohne den an der Hand verletzten Michael Hicks war das Team von Sebastian Machowski vor über 11.500 Zuschauern in der O2 World den Albatrossen über weite Strecken ebenbürtig, doch leider spielten die Berliner im Schlussviertel ihre Routine aus. Brandon Thomas und Nate Fox scorten am besten für Braunschweig (beide 14 Punkte). Für Berlin trafen Blagota Sekulic (16), Julius Jenkins und Dragan Dojcin (beide 14) am besten.

ALBA Berlin erwischte im imposanten Berliner Basketball-Tempel den klar besseren Start. Vor allem Julius Jenkins und Derrick Byars machten im ersten Viertel die Punkte für die Hauptstädter, bei denen Neuverpflichtung Jurica Golemac zwar erstmalig auf der Bank saß, doch von ALBA-Coach Luka Pavicevic nicht zum Einsatz gebracht wurde. Ein 15:2 leuchtete nach nur vier Minuten auf der Anzeigetafel, nachdem Immanuel McElroy für ALBA aus der Nahdistanz getroffen hatte. Die Braunschweiger erholten sich jedoch schnell vom Schock: Vor allem der erneut stark auftretende Brandon Thomas und die Routiniers Tomasz Cielebak und Nate Fox sorgten dafür, dass der Vorsprung der Berliner Punkt für Punkt kleiner wurde.

Der bundesligaerfahrene Fox (6 von 9 Zweiern) spielte im zweiten Abschnitt seine Stärken aus und markierte wichtige Treffer am Brett, so dass die Braunschweiger in Berlins Heimspielstätte bis auf sechs Zähler herankamen (31:25/14.). Braunschweig präsentierte sich in der Folgezeit immer besser: Der gerade erst eingewechselte John Allen (10 Punkte) legte los wie die Feuerwehr und besaß großen Anteil daran, dass Braunschweig immer besser in Fahrt kam. Allens erste Aktion war ein tolles Anspiel auf Brandon Thomas für einen erfolgreichen Dreier. Fox brachte die Löwenstädter nach einem Assist von Phantoms-Kapitän Nils Mittmann in der 17. Minute erstmalig in Führung – 34:35. Cielebak, Allen und Fox legten weitere Briketts nach. Die Braunschweiger Reservebank sprang endgültig auf, als Mittmann einen Dreier im ALBA-Korb versenkte und die Löwenstädter jetzt 44:37 führten (19.). Die Gäste aus Braunschweig gingen gar mit einer 9-Punkteführung in die Kabine.

John Allen mit starker Partie gegen ALBA

Nach dem Seitentausch brachten Dragan Dojcin und Nationalspieler Steffen Hamann mehrere Dreier im Phantoms-Korb unter (Dreierquote bei ALBA: 57 Prozent). Der Vorsprung der Gäste schmolz – beide Mannschaften lieferten sich ab sofort einen offenen Schlagabtausch. Vor allem Thomas versenkte immer dann einen Dreier im gegnerischen Korb, wenn es eng wurde (50:53/25.). Doch Blagota Sekulic eroberte die Führung für Berlin zurück, 55:54 (26.). Der Ex-Berliner Heiko Schaffartzik, Thomas, Allen und Fox hielten bis zum Ende des dritten Viertels dagegen – so blieb es in der O2 World hochspannend. Für Berlin traf nun vor allem Center Adam Chubb. Acht Sekunden vor Ende des dritten Viertel brachte Byars einen weiteren Dreier im Braunschweiger Netz unter (66:64/30.)

Nach zwei Treffern des Berliner Duos Dojcin/Jenkins von jenseits der 6,25 Meter vom Korb entfernten Linie führten die Albatrosse 72:66 (32.). Besonders Dojcin war von der Braunschweiger Verteidigung kaum mehr zu stoppen. Die Hausherren bauten den Vorsprung bis auf zehn Zähler aus (78:68/35.) und bewiesen in der Schlussphase Nervenstärke an der Freiwurflinie. Als Fox rund drei Minuten vor Ende der Partie mit Erreichen der Foulhöchstgrenze vom Feld musste, hatten Chubb und Sekulic freie Bahn zum Korb. ALBA spielte in den Schlusssekunden zu abgebrüht, um sich den mittlerweile 11. Saisonerfolg noch vom Brot nehmen zu lassen.

Stimme zum Spiel:

Sebastian Machowski:
Nach dem Rückstand haben wir immer besser ins Spiel gefunden. Wir haben gut verteidigt und den Ball konsequent ans Brett gespielt. Besonders Nate (Fox) hat uns im zweiten und dritten Viertel im Spiel gehalten. Leider fanden unseren großen Spieler schon früh vier Fouls auf dem Konto wieder, sodass wir von der bis dahin erfolgreichen Spielweise unter den Körben abrücken mussten. Wir haben gezeigt, dass wir auch in Berlin gewinnen können. Mit derselben Intensität wollen wir nun auch gegen Göttingen zuhause auftreten.

New Yorker Phantoms: Thomas 14, Allen 10, Fox 14, Schaffartzik 11, Cain 6, Mittmann 5, Cielebak 9, Hamilton 4 (6 Assists), Idbihi 6

ALBA Berlin: Byars 10, Hamann 6, Zwiener 1, Dojcin 14, Sekulic 16, Jenkins 14, Wright 6, Chubb 12, McElroy 8

Markus Gröchtemeier (Pressesprecher)